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Archiv Stiftung Werkvermächtnisse
„Der bestirnte Himmel
über mir …“ ist der Mikrokosmos.
Ihr versucht, Ihn unter Euere Mikroskope zu legen: ... und ‚Gott‘ lächelt sanft über solche Einfalt! - Alles ist Geist.
[*]Fritz
Reuter (Heinrich Ludwig Christian Friedrich Reuter, 1810-1874), gilt als einer
der bedeutendsten Dichter und Schriftsteller der niederdeutschen Sprache, in:
Aus meiner Festungshaft, I, 2: „Was war das für ein freundliches, hübsches
Gesicht! Wie traurig und wie lieb sahen die schönen Augen aus! Und diese
schönen Augen hatten mir nachgesehen! Was ist nun schöner, ein Frühlingstag
oder ein paar schöne Augen? ... >Na, wir wollen man nach Hause gehen!<
sagte ich und folgte dem jungen Mädchen aus der Ferne nach; aber in ihre Augen
sah ich niemals wieder, und das war gut. Wenn einer lange im Schatten gesessen
hat, und er sieht dann plötzlich in die liebe Gottessonne, dann kann er blind
werden; und wenn einer seinen Tag im Keller herumhantiert hat, und kommt heraus
und sieht in den blauen Himmel, dann flirrt es ihm vor den Augen und er kann
wirr im Kopf werden und kann es bleiben sein Leben lang. / Das größte Elend,
das meines Wissens noch keiner von den Herrn Romanschreibern ausführlich
beschrieben hat, ist, wenn sich so ein armer, junger, eingesperrter Student in
eine Kommandantentochter verliebt. Wie das tut, das weiß keiner; aber wir
wissen Bescheid, wir haben das durchgemacht.“
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