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Archiv Stiftung Werkvermächtnisse
„Der bestirnte Himmel
über mir …“ ist der Mikrokosmos.
Ihr versucht, Ihn unter Euere Mikroskope zu legen: ... und ‚Gott‘ lächelt sanft über solche Einfalt! - Alles ist Geist.
[*]Kurt Tucholsky (1890-1935),
deutscher Journalist und Schriftsteller, schrieb auch unter den Pseudonymen
Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignatz Wrobel, in seinem Abschiedsbrief
an Mary Gerold kurz vor seinem Freitod am 19. Dezember 1935: „Liebe Mala, will Ihm zum Abschied die Hand
geben und Ihn um Verzeihung bitten für das, was Ihm einmal angetan hat. Hat
einen Goldklumpen in der Hand gehabt und sich nach Rechenpfennigen gebückt; hat
nicht verstanden und hat Dummheiten gemacht, hat zwar nicht verraten, aber
betrogen, und hat nicht verstanden. Und jetzt sind es beinah auf den Tag sieben
Jahre, daß weggegangen ist, nein, daß hat weggehn lassen – und nun stürzen die
Erinnerungen nur so herunter, alle zusammen. Ich weiß, was ich in Ihm an Ihm
klage: unser ungelebtes Leben. [...] Seine liebevolle Geduld, diesen Wahnwitz
damals mitzumachen, die Unruhe, die Geduld, neben einem Menschen zu leben, der
wie ewig gejagt war, der immerzu Furcht, nein, Angst gehabt hat, jene Angst,
die keinen Grund hat, keinen anzugeben weiß, heute wäre sie nicht mehr nötig.
Heute weiß. Wenn Liebe das ist, was einen ganz und gar umkehrt, was jede Faser
verrückt, so kann man das hier und da empfinden. Wenn aber zur echten Liebe
dazu kommen muß, daß sie währt, daß sie immer wieder kommt, immer und immer
wieder –: dann hat nur ein Mal in seinem Leben geliebt. Ihn. Es war wie Glas
zwischen uns – ich war schuld.“
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