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Archiv Stiftung Werkvermächtnisse
„Der bestirnte Himmel
über mir …“ ist der Mikrokosmos.
Ihr versucht, Ihn unter Euere Mikroskope zu legen: ... und ‚Gott‘ lächelt sanft über solche Einfalt! - Alles ist Geist.
[*]Meyrink, Gustav
(1868-1932), österreichischer Schriftsteller und Übersetzer, dessen Werke von
der mystischen, alchemistischen Suche und Verwandlung des Menschen geprägt
sind, in: Das grüne Gesicht, 7. Kapitel, Baron Pfeill: „…Die Welt, in der wir
leben, ist eine Welt der Wirkungen. – Das Reich der wahren Ursachen ist
verborgen; wenn es uns gelingt, bis dorthin vorzudringen, werden wir zaubern
können. … Vorläufig zaubern wir Menschen noch mit Maschinen; ich glaube, die
Stunde ist nahe, wo wenigstens einige es mit bloßem Willen zustande bringen
werden. Das bisher so beliebte Erfinden von wundervollen Maschinen war nichts
weiter als ein Pflücken von Brombeeren, die neben dem Wege zum Gipfel wachsen.
– Wertvoll ist nicht die ‚Erfindung‘, sondern das Erfindenkönnen, wertvoll ist
nicht ein Gemälde, höchstens kostbar, wertvoll ist nur das Malenkönnen. Das
Gemälde kann vermodern, das Malenkönnen kann nicht verlorengehen, auch wenn der
Maler stirbt. Es bleibt als vom Himmel geholte Kraft bestehen, die vielleicht
für lange Zeit schlafen gehen mag, aber immer wieder aufwacht, wenn das
geeignete Genie geboren wird, durch das sie sich offenbaren kann. Ich finde es
sehr tröstlich, daß die wertgeschätzte Kaufmannschaft dem Erfinder quasi nur
das Linsengericht abschwätzen kann und nicht das Wesentliche.“
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